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Über Lost in Time (Selbst ausgedacht-Fanfiction; Science Fiction, Fantasy):
Ich hebe den Kopf, um ihm direkt in die Augen sehen zu können. Sie haben etwas Magisches, etwas Hypnotisierendes, wie jedes Mal, wenn ich ihrem Blick begegne. >>Du weißt, ich empfinde mehr für dich, als mir erlaubt ist<<, wispere ich. Er nickt nur stumm. Doch plötzlich beugt er sich zu mir hin und ein fast flehender Blick erscheint in seinen so schönen Augen. >>Was immer passiert<<, flüstert er, >>wir stehen es zusammen durch. Gemeinsam. Versprochen?<< Ich überlege keinen Moment, wo er doch in diesem Moment den Wunsch, den ich seid unserer ersten Begegnung in mir trage, erfüllt. >>Versprochen!<<

Die Welt im Jahr 2145: Nach dem vierten Weltkrieg ist die Erde völlig verändert. Die einzelnen Menschen sind verfeindet, jeder traut nur sich selbst, die Erde ist völlig zerstört. Um den Frieden wiederherzustellen haben die verbliebenen sieben Staaten jeweils einen Jugendlichen ausgewählt, dem sie ein Gen eingepflanzt haben, dass es diesen Erlaubt, in ihren Träumen in die Vergangengeit zu reisen - und diese zu verändern. Das einzige Problem: Niemand außer den Führern der Staaten weiß von dem Projekt - nicht einmal die Genträger selbst...

Ashlyn denkt sie ist ganz normal - bis zu dem Moment, in dem sie sich plötzlich gefangen in einem düsteren Raum wiederfindet. Denn Ashlyn ist eine der Sieben - einer der sieben Genträger. Doch als eine von ihnen ist es ihr verboten, jemand anderes zu lieben als den ihr vorbestimmten - schon gar nicht einen der anderen Genträger! Doch als Ashlyn sich in Ryan verliebt wird es für sie Zeit, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen...
Autoren: Grinsekätzchen;); Kapitel: 3 KapitelRegistrierte Leser: 0; Hinweise: FSK 12  Zuletzt aktualisiert: 23.09.2014

1. Kapitel ~ Finsternis

Die eisige Kälte, die die Angst in jedem Menschen hervorruft, überzieht meine Haut mit Gänsehaut und umschließt mein Herz mit Eis.
Ich öffne vorsichtig die Augen und sehe mich um. Ich liege auf hartem Steinboden, glatt, kalt und unnachgiebig. Um mich herum tiefe Finsternis, nur ein schwaches, flackerndes Licht taucht den Raum in einen blauen Schein.
Ich versuche, mich aufzusetzen, aber meine Hände sich gefesselt. Wo bin ich hier? Wo, verdammt noch mal, bin ich hier gelandet - und, vor allem, wie?
Klirrende Schritte nähern sich mir, sie kommen von links, und als ich den Kopf drehe, entdecke ich einen schmalen Gang, dessen Eingang knapp zwei Meter über meinem Kopf an einem Felsvorsprung liegt, der über eine offensichtlich außerordentlich alte Strickleiter zu erreichen ist.
Nun erscheint eine dunkle Gestalt dort oben, hoch über mir, ihr Gesicht liegt im Schatten. Erneut keimt die unendliche Angst in mir auf, aber ich unterdrücke sie so gut es geht.
„Wer ist da?“, krächze ich, meine Kehle ist staubtrocken.
Keine Antwort, nur ein Knarzen, als die Gestalt die Strickleiter hinunter steigt. Ich habe schon Angst, sie bricht unter dem Gewicht zusammen, aber die Leiter hält erstaunlich gut stand.
Nun steht die Gestalt direkt vor mir, aber ich kann noch immer nichts erkennen, weil sie das Licht verdeckt.
„Wer ist da?“, frage ich erneut, diesmal fester als zuvor, „wo bin ich hier?“
Ein weiteres Mal versuche ich, mich aufzurichten - diesmal gelingt es mir. Langsam schiebe ich mich rückwärts bis ich mich an die kühle Steinwand lehnen kann. Zu meiner Verwunderung ist sie feucht.
Die Gestalt vor mir stößt ein beängstigendes Zischen auf und tritt noch einen Schritt auf mich zu, dann kniet sie sich neben mich.
Nun erkenne ich wenigstens etwas, auch wenn das mich nicht unbedingt befriedigt: Die Gestalt ist in eine nachtschwarze, allerdings etwas schmutzige Kutte aus Leinen gehüllt, die ihr Gesicht verdeckt; außerdem umgibt sie eine seltsame Wolke aus tiefer Finsternis.
Die finstere Gestalt stößt ein weiteres Mal einen dieser abstoßenden Zischlaute aus, der mir eine Gänsehaut über die Arme jagt, und langsam, ganz langsam, bilden sich aus den Lauten Wörter.
„Du wirst mir nicht entkommen“, zischt das Wesen, „du nicht, Leciosa!“
Obwohl mir der Name nichts sagt, kommt bei seinem Klang eine unglaubliche Wut in mir auf, fast übermächtig vernebelt sie meine Sinne. Ich merke, wie ich etwas sage, aber ich höre keine Worte, geschweige denn weiß ich, was ich sage. Ich stemme mich wütend gegen meine Fesseln, versuche aufzustehen, aber das Wesen legt mir eine eisige Hand auf die Schulter und drückt mit bestimmt und fest, aber beinahe sanft wieder zurück.
Entsetzt starre ich die Hand an. Sie ist leichenblass und eisig wie die Kälte, die laut meiner Geschichtsbücher einst an den Polen unserer Welt geherrscht hat.
Das Wesen zieht die Hand zurück, aber die Kälte bleibt, beinahe haftet sie an meiner Schulter, die von meinem bauchfreien T-Shirt nicht verdeckt wird. Fast schmerzt die Kälte, nach der ich mich Zeit meines Lebens so gesehnt habe. Unsere Welt ist heiß und stickig, so etwas wie Kühle oder gar klirrende Kälte gibt es nicht.
Ohne weitere Worte wendet sich das Wesen ab, während ich einen Moment lang meine Schulter anstarre, an der sich ein eisiger, bläulicher Abdruck zeigt.
Ich sehe auf und mir wird klar, dass die Gestalt nie vorhatte fortzugehen. Ein schreckliches, gurgelndes Geräusch reicht, und in den Schatten an den kühlen Felswänden regen sich unzählige Gestalten.
Einen Moment lang sehe ich entsetzt zu, dann beginne ich zu schreien.



Bearbeiter dieser Geschichte

Grinsekätzchen;) 17:31, 22. Aug. 2014 (CEST)