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Über Lost in Time (Selbst ausgedacht-Fanfiction; Science Fiction, Fantasy):
Ich hebe den Kopf, um ihm direkt in die Augen sehen zu können. Sie haben etwas Magisches, etwas Hypnotisierendes, wie jedes Mal, wenn ich ihrem Blick begegne. >>Du weißt, ich empfinde mehr für dich, als mir erlaubt ist<<, wispere ich. Er nickt nur stumm. Doch plötzlich beugt er sich zu mir hin und ein fast flehender Blick erscheint in seinen so schönen Augen. >>Was immer passiert<<, flüstert er, >>wir stehen es zusammen durch. Gemeinsam. Versprochen?<< Ich überlege keinen Moment, wo er doch in diesem Moment den Wunsch, den ich seid unserer ersten Begegnung in mir trage, erfüllt. >>Versprochen!<<

Die Welt im Jahr 2145: Nach dem vierten Weltkrieg ist die Erde völlig verändert. Die einzelnen Menschen sind verfeindet, jeder traut nur sich selbst, die Erde ist völlig zerstört. Um den Frieden wiederherzustellen haben die verbliebenen sieben Staaten jeweils einen Jugendlichen ausgewählt, dem sie ein Gen eingepflanzt haben, dass es diesen Erlaubt, in ihren Träumen in die Vergangengeit zu reisen - und diese zu verändern. Das einzige Problem: Niemand außer den Führern der Staaten weiß von dem Projekt - nicht einmal die Genträger selbst...

Ashlyn denkt sie ist ganz normal - bis zu dem Moment, in dem sie sich plötzlich gefangen in einem düsteren Raum wiederfindet. Denn Ashlyn ist eine der Sieben - einer der sieben Genträger. Doch als eine von ihnen ist es ihr verboten, jemand anderes zu lieben als den ihr vorbestimmten - schon gar nicht einen der anderen Genträger! Doch als Ashlyn sich in Ryan verliebt wird es für sie Zeit, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen...
Autoren: Grinsekätzchen;); Kapitel: 3 KapitelRegistrierte Leser: 0; Hinweise: FSK 12  Zuletzt aktualisiert: 03.11.2014

2. Kapitel ~ Ein ganz normaler Tag

Etwas Hartes, Spitzes bohrt sich in meine Schläfe. Ich schrecke auf und stoße einen kurzen, gellenden Schrei aus.
Langsam beruhige ich mich, als ich um mich herum mein gewohnt normales und langweiliges Zimmer vorfinde. Das war nur ein Traum. Das Alles war tatsächlich nur ein verdammter Albtraum. Nichts mehr.
Meine Zimmertür fliegt mit Schwung auf und meine Schwester stürmt hinein. Marina, von uns liebevoll May genannt, ist genau ein Jahr, fünf Tage, siebzehn Stunden und eine Minute jünger als ich und wir beide sind das, was man unzertrennlich nennen kann.
„Ash!“, ruft May entsetzt und lässt sich neben mir auf der Bettkante nieder, „ist alles okay?“
Ich nicke und sehe ihr tief in die limettengrünen Augen, klammere mich förmlich an ihnen fest.
„Es ist nichts“, keuche ich und versuche beruhigend zu klingen, „nichts weiter als ein Albtraum.“
May sieht skeptisch zurück. „Du weißt, dass du mir alles sagen kannst, Ash“, sagt sie langsam, „ich weiß, dass du in letzter Zeit oft Albträume hast.“
Damit hat May nicht ganz Unrecht. Seit etwa einem halben Jahr finde ich mich des Nachts im Dunklen und auf der Flucht wieder - vor was, weiß ich nicht, immer wenn mein Verfolger mich einzuholen droht, wache ich auf. Aber die Erinnerungen waren noch nie zuvor so klar, so deutlich…
Schon sprudeln die Worte aus mir heraus, ich kann nichts dagegen tun. Aber ich weiß, dass ich May vertrauen kann. Sie ist die Einzige, die ich noch habe, das Vertrauen in unsere Eltern habe ich schon vor langem verloren. Nur May klammert sich noch immer verzweifelt an unsere Mutter, sie kann es einfach nicht wahrhaben, dass die beiden uns nie geliebt haben. Zumindest mich nicht. Ich war nur ein Unfall, nicht gewollt. Es ist auf der Erde schon seit fast zwei Jahrzehnten verboten, mehr als zwei Kinder zu haben.
„Wo sind Mom und Dad?“, frage ich, als ich ihr alles erzählt habe.
May zuckt mit den Schultern. „Ich glaube, sie sind schon arbeiten“, meint sie dann, „es ist ja auch schon fast acht Uhr.“
„Was?“ Entsetzt springe ich auf. „Warum hast du mir nichts gesagt, May?“
Ohne eine Antwort abzuwarten stürme ich zum bodenlangen Fenster und ziehe die cremefarbenen Seidenvorhange auseinander. Der gewohnte Anblick bietet sich mir: der lange Platz, das gelbe Gras in der Sonne schwelend, in der Ferne die gewaltigen Wolkenkratzer der Stadt. Wir haben es noch ganz gut getroffen - dies ist eines der wenigen Grundstücke, das in der Nähe der Natur liegt.
Ich scheuche May nach draußen und ziehe mich schnell um. Die gewohnte Kleidung, die jeder trägt, seit letztes Jahr von der Regierung die Schul-Uniforms-Pflicht eingeführt wurde: ein weites weißen Hemd mit ungewöhnlich tiefem Ausschnitt als Oberteil, dass aus einem kratzigen Stoff besteht, der purpurne Faltenrock, Schuhe in derselben Farbe. Die purpurne Farbe steht für unseren Zweig, jeder hat eine Schuluniform in diesen Farben. Außer unserem Zweig gibt es außerdem noch den naturwissenschaftlichen Zweig, in dem auch May ist und den künstlerischen Zweig, aber damit konnte ich noch nie sonderlich viel anfangen.
Mit Schwung verlasse ich mein Zimmer und biege um die Ecke, um das Badezimmer zu betreten, das ausnahmsweise einmal nicht von May besetzt ist - anscheinend bereut sie es inzwischen, mich nicht geweckt zu haben.
Schnell schminke ich mich und flechte mir zwei Zöpfe, dann schlittere ich schulbereit die Treppe hinab ins Wohnzimmer, wo May sich vor dem langen Spiegel fertig macht. Die glückliche hat jeden Tag drei ganze Stunden später Unterricht - dafür muss sie abends bis sechs Uhr bleiben, während ich meine Zeit nur bis drei in der Schule fristen muss.
Wir verlassen das Haus ohne Schulsachen, die warten in der Schule darauf, von uns benutzt zu werden. Zum Glück ist der Weg nicht allzu lang und wir haben den Weg nach zehn Minuten hinter uns.
Die Schule kann man mit einem einzigen Wort beschreiben: hässlich. Potthässlich. Der Ort, an dem wir den ganzen Tag lang gegen unseren Willen herumsitzen, ist nichts weiter als ein protziger Betonblock mit ein paar unförmigen Löchern, die irgendwann einmal als Fenster durchgegangen sind… oder es zumindest sollten. Aber die Schule ist größer, als es von außen den Anschein hat. Sie besteht aus einer großen Aula und vier Trakten, jeweils einen für jeden Zweig und einen für die Lehrer.
May und ich hasten durch die große Tür, dann trennen sich unsere Wege. Ich entspanne mich etwas und hole meine Schulsachen aus meinem Spind in unserem Trakt, dann mache ich mich auf die Suche nach meinen Freundinnen. Wenn ich mich beeile bleiben mir noch etwa 10 Minuten, um mit ihnen zu reden, ehe der Unterricht beginnt.
Madeline wartet wie gewohnt vor unserem Klassenraum, June und Philadelphia neben ihr. Ich begrüße meine drei Freundinnen kurz und lehne mich neben sie an die Wand. Ich bin froh, wenigstens die drei zu haben, denn May werde ich den ganzen Tag über kaum zu sehen bekommen.
Wir führen gerade eine angeregte Diskussion über den Nutzen von Make-Up, als unser Lehrer über den Flur gerauscht kommt. Ein Stöhnen geht durch die Menge der Schüler, wir hatten schon gehofft, er wäre krank oder so.
Unser Lehrer öffnet die Tür und die Klasse strömt hinein. Auch wir müssen nun gehen - in eine endlose Schulstunde, in der wir kein Wort miteinander wechseln dürfen.
Ich will meinen Freundinnen gerade folgen, als mich urplötzlich ein schreckliches Schwindelgefühl überkommt. Schwarze Punkte beginnen vor meinen Augen auf und ab zu tanzen, ich muss mich an die kalte Wand lehnen, um nicht umzukippen.
„Ashlyn!“, ruft mein Lehrer wütend, „nun komm schon!“
Ich versuche einen Schritt vorwärts zu machen, verliere jedoch das Gleichgewicht. Dann wird alles um mich herum schwarz und das letzte, das ich höre, ist Junes entsetzter Aufschrei.



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SmileyPeople don't notice the things we do for them, until we stop doing them!