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Über Lost in Time (Selbst ausgedacht-Fanfiction; Science Fiction, Fantasy):
Ich hebe den Kopf, um ihm direkt in die Augen sehen zu können. Sie haben etwas Magisches, etwas Hypnotisierendes, wie jedes Mal, wenn ich ihrem Blick begegne. >>Du weißt, ich empfinde mehr für dich, als mir erlaubt ist<<, wispere ich. Er nickt nur stumm. Doch plötzlich beugt er sich zu mir hin und ein fast flehender Blick erscheint in seinen so schönen Augen. >>Was immer passiert<<, flüstert er, >>wir stehen es zusammen durch. Gemeinsam. Versprochen?<< Ich überlege keinen Moment, wo er doch in diesem Moment den Wunsch, den ich seid unserer ersten Begegnung in mir trage, erfüllt. >>Versprochen!<<

Die Welt im Jahr 2145: Nach dem vierten Weltkrieg ist die Erde völlig verändert. Die einzelnen Menschen sind verfeindet, jeder traut nur sich selbst, die Erde ist völlig zerstört. Um den Frieden wiederherzustellen haben die verbliebenen sieben Staaten jeweils einen Jugendlichen ausgewählt, dem sie ein Gen eingepflanzt haben, dass es diesen Erlaubt, in ihren Träumen in die Vergangengeit zu reisen - und diese zu verändern. Das einzige Problem: Niemand außer den Führern der Staaten weiß von dem Projekt - nicht einmal die Genträger selbst...

Ashlyn denkt sie ist ganz normal - bis zu dem Moment, in dem sie sich plötzlich gefangen in einem düsteren Raum wiederfindet. Denn Ashlyn ist eine der Sieben - einer der sieben Genträger. Doch als eine von ihnen ist es ihr verboten, jemand anderes zu lieben als den ihr vorbestimmten - schon gar nicht einen der anderen Genträger! Doch als Ashlyn sich in Ryan verliebt wird es für sie Zeit, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen...
Autoren: Grinsekätzchen;); Kapitel: 3 KapitelRegistrierte Leser: 0; Hinweise: FSK 12  Zuletzt aktualisiert: 03.11.2014

3. Kapitel ~ Grün

Warme Sonnenstrahlen berühren mein Gesicht und ein Geruch, den ich nicht definieren kann, steigt mir in die Nase. Ich weiß nur, dass er gut riecht. Sehr gut sogar.
Ich öffne vorsichtig die Augen - und kneife sie sofort wieder zu. Die strahlend helle Sonne steht am klaren blauen Himmel, keine Wolke ist zu erkennen.
Ich drehe mich auf die Seite und grabe meine Finger in den Boden. Meine Fingerspitzen streifen taunasses Gras und feuchte Erde.
Jetzt reiße ich doch die Augen auf und sehe mich ungläubig um. Weiches, saftig grünes Gras wächst um mich herum aus der dunkelbraunen Erde, ein paar Tautropfen bleiben an meinen Fingern haften. Ich lecke sie ab und erst der Geschmack der Natur, des Wassers, der Freiheit kann mich vollends davon überzeugen, dass das hier echt ist.
Das kann nicht sein. Das kann einfach nicht sein! Grünes Gras gibt es schon seit Jahren nicht mehr, ich kenne es nur von alten Fotos. Und die vergilbten Stiele, die überall, wo noch ein wenig Natur übergeblieben ist, wächst, kann man wohl kaum als grün bezeichnen.
Wie betäubt stehe ich auf und sehe mich ungläubig um. Die ganze Landschaft um mich herum scheint unwirklich. Das muss ein Traum sein - so etwas gibt es schon seit vielen Jahren nicht mehr. Aber wie kann ich von etwas träumen, das ich noch nie gesehen habe?
Zu weit ich sehen kann erheben sich sanfte, mit grünem Gras bewachsene Hügel um mich herum, in der Ferne kann ich die Silhouette eines kleinen Ortes erkennen - Dörfer dieser Art kenne ich nur aus dem Geschichtsunterricht, sie wurden im dritten Weltkrieg ausnahmslos zerstört.
Als ich mich umdrehe fällt mein Blick auf eine Ansammlung von mächtigen, unregelmäßigen Holzpfeilern, aus denen kleinere Stäbe sprießen. Aus denen wiederrum stehen platte, grüne … Dinger hervor, die entfernt Papierblättern ähnlich sehen. Wie eine Mischung aus Papier und Gras. Und diese Holzpfeiler erstrecken sich bis zum Horizont hin und verschwimmen in einem dunklen Grün.
Voller Ehrfurcht sehe ich zu den Stämmen hinauf. Bäume - das müssen Bäume sein! Ich ringe um Atem und trete unter das Blätterdach. Langsam fahre ich mit den Fingerspitzen die Furchen in der Rinde nach. Dieses Holz ist so anders als das meines Bettes, für das meine Eltern ein Vermögen bezahlt haben müssen - es ist so unregelmäßig, ungezwungen, … so natürlich.
Ich habe noch nie in meinem Leben Bäume gesehen, der letzte Baum ist in einem Naturschutzgebiet etwa drei Jahre vor meiner Geburt gestorben. Auf der Erde gibt es jetzt nur noch in Antarktika, dem Südstaat Bäume - hart und unbeugsam sollen sie sein, denn dort unten müssen sie jedes Jahr Temperaturen von bis zu - 10° aushalten. Ich kann mir solche Temperaturen gar nicht vorstellen, aber selbst hier in Europa soll es einst jeden Winter so kalt geworden sein.
Ich trete ein paar Schritte rückwärts, um mir diese unfassbare Umgebung anzusehen. So etwas kann es gar nicht geben - nicht mehr, das habe ich früh genug im Biologie-Unterricht gelernt.
Ein leiser Pfiff ertönt von meiner Rechten, ich fahre herum. Aus dem Schatten der Bäume tritt ein Junge, er muss etwa in meinem Alter sein. Überrascht betrachte ich ihn. Er ist eindeutig ein Asianer, dass sieht man an seinen schmalen Augen und den hohen Wangenknochen. Insgesamt sieht er gar nicht schlecht aus.
Jetzt tritt der Junge einen weiteren Schritt auf mich zu und mustert spöttisch meinen Rock. „Ist der Rock für dieses Zeitalter nicht ein wenig zu kurz?“
Mein Gesicht beginnt zu glühen, ich werde gerade bestimmt knallrot. „Das ist unsere Schuluniform - wir haben eine Schul-Uniforms-Pflicht!“, fauche ich und füge ebenso spöttisch hinzu: „noch nicht gewusst?“
Der Junge zuckt bloß mit den Schultern. „Bei uns gibt’s so was nicht.“
Ich wende mich wütend ab und streiche meinen Rock glatt, damit er wenigstens etwas länger ist. Verdammt, ein paar erdige, hässlich braune Flecken zeichnen sich auf dem Stoff ab - Schmutz und Dreck sind bei uns an der Schule gar nicht gern gesehen. Wenn ich wieder zurück in der Schule bin…
„Wo sind wir hier eigentlich?“, frage ich möglichst beiläufig.
Der Junge tritt zu mir und macht eine ausladende Geste. „Das hier ist Deutschland“, erklärt er feierlich und grinst mich verschmitzt an.
Mir wird schwindelig, als ich seine Worte höre. „Was?“, stottere ich verstört, „aber Deutschland … existiert gar nicht mehr! Es wurde im vierten Weltkrieg zerstört … so wie alle anderen auch … du musst Europa meinen…!“
Nach dem Krieg haben sich die Staaten der einzelnen Kontinente zusammengeschlossen - manche haben die Namen ihrer Kontinente beibehalten, so wie Europa, Afrika und Antarktika, andere bekamen mit der Zeit andere Namen. Deutschland lag ziemlich im Zentrum von Europa, aber durch den Klimawandel wurde der gesamte Norden überschwemmt. Wir leben im früheren Deutschland - sogar ziemlich in der Nähe des Meeres.
Der Junge starrt mich verblüfft an. „Du weißt es noch nicht?“
Ich starre giftig zurück. „Was?“, blaffe ich, „was weiß ich nicht?“
Der Junge scheint einen Moment zu überlegen, dann greift er nach meiner Hand. Ich zucke zusammen und gehe ein paar Schritte rückwärts. Was soll das? Was will der von mir? Wir kennen uns gerade einmal ein paar Minuten … wenn man das denn „kennen“ nennen kann.
„Was willst du von mir?“, frage ich gereizt, „wer bist du überhaupt?“
Der Junge antwortet nicht, sondern entgegnet bloß: „am besten ziehst du dir etwas sauberes an, bevor du zurückspringt.“
Ich bin so verblüfft, dass ich mich einfach vom ihm mitziehen lasse.
„Zurück…springen? Was soll das…“
In diesem Moment überkommt mich wieder dieses seltsame Schwindelgefühl, das Gefühl, das ich auch in der Schule bekommen habe … bevor ich umgekippt bin. Irgendetwas geht hier vor sich … und der Junge vor mir weiß, was das ist!
Dieser dreht sich zu mir um und starrt mich einen Moment lang verwirrt an. „Alles okay? Oh, es geht los, oder?“
„Was … was soll los…?“ In diesem Moment wird mir schwarz vor Augen und ich scheine in ein tiefes, finsteres Nichts zu fallen. Dann verschwindet alles um mich herum.



Bearbeiter dieser Geschichte

SmileyPeople don't notice the things we do for them, until we stop doing them!